Instrumente in der (Verbraucher)Politik

Die Analyse von politischen Instrumenten, die mit verhaltenswissenschaftlichen Erkenntnissen in ihrer Wirkungsweise verändert werden, steht im Zentrum dieses Forschungsprojekts. Auf weiteren Seiten finden Sie kurze Zusammenfassungen von Fallstudien zu den gesellschaftlichen Risiken ungesunde Ernährung und Fettsucht sowie Energieeinsparung in Privathaushalten.

Die Fallbeispiele sollen testen, inwieweit ein „behavioural spin“ Einfluss auf die gewählten Instrumente oder Instrumentenkombinationen nimmt.

Was ist mit „behavioural spin“ gemeint?

Wenn verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse – sogenannte „behavioural insights“ –  zur Gestaltung von Politikinstrumenten genutzt werden, verändern sich diese Instrumente auf neuartige Weise. Verhaltenswissenschaften stellen die Frage in den Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen die Adressaten im Sinne des politischen Ziels handeln oder sich verhalten würden und präsentieren dazu die passenden Strategien. Insofern handelt es sich bei behavioural insights nicht um ein neuartiges Instrument an sich, sondern um einen Trigger, um dem Instrument oder einer Instrumentenkombination einen bestimmten „spin“ zu geben. Dies kann zum Beispiel die Anordnung von Angeboten, die Gestaltung von Informationsmaterial, die Voreinstellung einer bestimmten Entscheidung oder der Zeitpunkt für die Vermittlung einer bestimmten Maßnahme sein.

Enzymatischer Effekt (Copyright: Kathrin Loer)

Wenn behavioural insights an ein Instrument andocken, lässt sich dies mit dem vergleichen, was in Organismen durch Enzyme geschieht: Enzyme beschleunigen chemische Reaktionen. Ein Enzym verändert ein Molekül und löst einen Stoffwechselprozess in der Zelle aus, der besondere Wirkung entfaltet. Dies lässt sich auf den Prozess übertragen, der durch den „behavioural spin“ geschieht (siehe Abbildung). Grundlegend für diesen Prozess ist die Vorstellung von einem multidimensionalen Akteur, der nicht nur befolgt, kalkuliert, Informationen verarbeitet oder kooperiert, sondern dessen Handeln von vielfältigen kognitiven und nicht-kognitiven Faktoren abhängt.

Anhand von Beispielen aus der Gesundheits- und Energiepolitik untersucht IniVpol diesen Prozess.