AICO-Typologie

In der politikwissenschaftlichen Literatur kursieren unterschiedliche Begriffe, um einzelne Instrumententypen voneinander abzugrenzen.

Einen Vorschlag zur Vereinfachung stellt die AICO-Typologie dar:

Autoritäre oder herrschaftliche Instrumente, wie Ge- und Verbote werden häufig als “authority” (Hood 1983; Schneider/Ingram 1990) aber auch als “sticks” (Vedung 2003), als „regulatory“ instruments (Böcher 2012; Böcher/Töller 2012) oder regulation (Howlett 1991: , in adaptation of Doern & Phidd 1983) bezeichnet. Für den englischen Sprachgebrauch ist „regulatory“ eng verbunden mit einer sehr verpflichtenden Regelung, wie sie durch Gesetzgebung und Vorschriften geschieht. Im deutschen Sprachgebrauch könnte der Begriff der „Regulierung“ allerdings zu Missverständnissen führen, da beispielsweise Steuern auch einen regulatorischen Eingriff darstellen. Dieses Instrument entspricht allerdings einem ökonomischen Anreiz, der zusammen mit nicht-marktförmigen Anreizen als „incentivising instruments” oder incentive eingeordnet (Schneider/Ingram 1990) wird. Dieses Instrument läuft zudem unter den Begriffen treasure (Hood 1983), carrots (Vedung 2003), oder als economic instruments (Böcher 2012) bzw. expenditure (Howlett 1991: , in adaptation of Doern & Phidd 1983). Instrumente, in denen die Herausbildung von Kenntnissen und Fähigkeiten im Mittelpunkt steht, lassen sich als kapazitätsbildend, also “capacity” einordnen (Schneider/Ingram 1990). Andere Bezeichungen sind nodality (Hood 1983), sermons (Vedung 2003), persuasive instruments (Böcher 2012) oder exhortation (Howlett 1991: in adaptation of Doern & Phidd 1983). Kooperative und organisationsbildende Instrumente fallen in eine etwas breitere Kategorie. Wesentlich scheint aber, dass Organisation tatsächlich als distinkter Typus verstanden wird.  Dabei kann es um Verwaltungsleistungen oder auch den Aufbau öffentlicher Unternehmen gehen (Howlett 1991: spricht in dem Zusammenhang von „public ownership“). Eine etwas andere Perspektive nimmt die Differenzierung des kooperativen Instrumenten-Typus ein, (Böcher 2012) die auch freiwillige Vereinbarungen mit einschließt, aber auch runde Tische, Mediationsverfahren etc.

Literaturhinweise:

Böcher, M. (2012) ‚A theoretical framework for explaining the choice of instruments in environmental policy‘, Forest Policy and Economics, 16, 14-22.
Böcher, M. and Töller, A. E. (2012) Umweltpolitik in Deutschland: eine politikfeldanalytische Einführung, Wiesbaden, VS Verlag.
Hood, C. C. (1983) The tools of government, London, Palgrave Macmillan.
Howlett, M. (1991) ‚Policy instruments, policy styles, and policy implementation‘, Policy Studies Journal, 19(2), 1-21.
Schneider, A. and Ingram, H. (1990) ‚Behavioral assumptions of policy tools‘, The Journal of Politics, 52(02), 510-29.
Vedung, E. (2003) Policy instruments: typologies and theories. in M.-L. Bemelmans-Videc, R. C. Rist and E. Vedung (eds) Carrots, sticks & sermons. Policy instruments and their evaluation. New Brunswick, New Jersey: Transaction Publishers, pp. 21-58.